www.hogast.com Icon hogast.com Webseite office@handover.at Icon Emailadresse +43 6246 / 8963-700Icon Telefonnummer Login Icon Schliesen
myHANDOVER öffnen EASYGOING öffnen Lieferpartner Zugang
HOME Für die Zukunft der Pflege im Land

Für die Zukunft der Pflege im Land

Seit 1991 betreibt die ÖJAB (Österreichische Jungarbeiterbewegung) die Seniorenwohnanlage im Salzburger Stadtteil Aigen. In den kommenden vier Jahren wird diese umfassend saniert. Doch das ist noch nicht alles: Neben dem bestehenden Gebäude wird ein moderner Neubau errichtet. Schritt für Schritt wird so das „ÖJAB-Pflegewohnhaus Salzburg – Wohlfühlen im Park“ entstehen. Das alles bei laufendem Betrieb.

„Wir standen vor der Entscheidung, das Haus entweder anders zu nutzen, zu sanieren oder neu zu bauen“, schildert ÖJAB-Geschäftsführerin Monika Schüssler den Handlungsbedarf im Hinblick auf das über drei Jahrzehnte alte Gebäude, das baulich abgenutzt war.

Als die Pläne zur Erneuerung und zum Neubau feststanden, bat das Land als Fördergeber, zusätzliche Pflegeplätze bereitzustellen. Genau das wird nun umgesetzt – die gemeinnützige ÖJAB will die Anzahl ihrer Plätze bis 2028 von 118 auf 148 erhöhen. Damit wird das Pflegewohnhaus nach seiner Fertigstellung das größte private Pflegewohnhaus des Bundeslandes sein.

Vor fünf Jahren, als Monika Schüssler und Projektleiter Andreas Gruber mit den Planungen begannen, hatten sie noch zwei weitere wichtige Anliegen im Blick: den Erhalt von Pflegebetten während der Bauphase und die Bindung des Personals. Beidem wird Rechnung getragen: Ende Februar wurde mit dem fünfgeschossigen Neubau auf dem angrenzenden Areal begonnen. Sobald dieser bezugsfertig ist, werden zwei Drittel der Bewohner dorthin übersiedeln. Schritt für Schritt folgt dann die Generalsanierung des bestehenden Gebäudes, wobei die restlichen Bewohner stets in den bereits fertiggestellten Teil umziehen können. „Wir werden während der Bauphase nur zehn Betten weniger haben“, versichert Schüssler.

Das Bestandsgebäude wird zunächst entkernt und anschließend um ein zusätzliches Stockwerk in innovativer Holz-Leichtbauweise erweitert. Das Konzept sieht neue, zeitgemäße Wohnbereiche vor. „Ziel ist es, mehr Wohnraum zu schaffen“, erklärt Schüssler. In Planung sind Hausgemeinschaften mit Einzelzimmern sowie Wohnungen für Paare. Und wie bisher wird auch das neu gestaltete Haus unabhängig von der finanziellen Situation oder Pflegestufe jedem Menschen offenstehen.

„Ein moderner Standort ist das A & O“, unterstreicht Andreas Gruber, dessen Erfahrungen in der Pflegelandschaft Salzburgs beim gesamten Prozess besonders wertvoll waren und dem Schüssler die notwendige Reflexion und das nötige Feingefühl bescheinigt, die während der fünfjährigen Planungsphase unerlässlich waren. Und was war die größte Herausforderung für ihn? Gruber: „Die Umwidmung vom Grün- zum Bauland.“ Er betont, dass die Gesamtfläche an geschütztem Grünland dabei unverändert blieb.

ÖJAB-Pflegewohnhaus Neumargareten als Vorbild

Als Vorbild für das Salzburger Konzept diente das ÖJAB-Pflegewohnhaus Neumargareten in Wien-Meidling, das 2022 neu in Betrieb genommen wurde und das Wort „Wohlfühlen“ ebenfalls im Namen trägt: „ÖJAB-Pflegewohnhaus Neumargareten – Wohlfühlen am Lebenscampus“. Hier setzt man auf viel Grün, etwa durch begrünte Fassaden und durch einen Garten für kleine Spaziergänge. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich am Lebenscampus Wolfganggasse ein Stützpunkt der ÖJAB-Hauskrankenpflege sowie vielfältige Projekte des Wohnens, der Bildung, der Diversität und des Generationen-Miteinanders.

In Aigen werden sich die Wohn- und Pflegegebäude in einer Parkanlage um einen grünen „Dorfplatz“ gruppieren, in direkter Nähe zu geschütztem Grünland. Und wie in Wien soll auch das Pflegewohnhaus in Aigen ein offener, lebendiger Sozialraum werden.

Die Skepsis, die anfangs in Salzburg zu spüren war, ist längst verschwunden. Heute erntet die ÖJAB viel Anerkennung dafür, dass sie entgegen dem Trend ein neues Pflegeheim baut. Andreas Gruber betont den Mut der ÖJAB, der für die Realisierung dieses Projektes unabdingbar war: „Diese fünfjährige Entschlossenheit, diesen Weg zu gehen, zeichnet die ÖJAB aus.“

Von links: HANDOVER-Geschäftsführer Oliver Schnöll, ÖJAB-Geschäftsführerin Dr. Monika Schüssler und Projektleiter Andreas Gruber. Foto: leo/neumayr

Personalplanung beruht auf mehreren Komponenten

Ihren ganz eigenen Weg geht die gemeinnützige Heimträgerorganisation auch bei der Personalplanung, die parallel zum Neubau begonnen hat. Derzeit sind in Aigen 95 Mitarbeiter in der Pflege und Verwaltung tätig; 135 Beschäftigte werden es nach Fertigstellung der Baumaßnahme sein.

Die Personalplanung war oft ein zentrales Thema in den zahlreichen Gesprächen, die Schüssler und Gruber in den vergangenen Jahren geführt haben. Dabei haben sie stets die vielseitigen Komponenten der ÖJAB-Personalplanung hervorgehoben. Hierzu gehört die eigene Pflegeschule in Wien, die seit November 2020 betrieben wird. Neben Pflegeassistenten sollen hier künftig auch Heimhelfer und Pflegefachassistenten ausgebildet werden. Nicht nur für die ÖJAB, sondern auch für andere Betriebe, wie Schüssler erklärt.

Leicht waren die Anfänge nicht. „Wir haben die Pflegeschule zu einer Zeit gegründet, in der es viele Pflegeschulen gab, die nicht vollständig ausgelastet waren“, so Schüssler. Gezielte Online-Werbung, eine farbenfrohe Homepage und die gezielte Personalsuche über Organisationen wie AMS führten schließlich zum Erfolg. Die Pflegeschule zeichnet sich durch eine bunte Gemeinschaft aus. Ganz gleich ob 20-jährige Berufsanfänger, 40-jährige Umschüler oder Menschen mit internationalem Hintergrund – jeder bekommt hier eine Chance.

Ein Stück weit konnten durch die Pflegeschule die Personalprobleme eingedämmt werden, dennoch setzt man seit zwei Jahren auf eine zusätzliche Strategie: die Zusammenarbeit mit Agenturen, die Pflegekräfte aus dem Ausland vermitteln. Mit Erfolg. Im April kommen die ersten Pflegekräfte aus Kolumbien, weitere aus der EU sowie Indien und den Philippinen werden folgen. Den beruflichen Background bringen sie mit, im Berufspädagogischen Institut der ÖJAB bekommen sie fachsprachlichen Deutschunterricht und in den Studierendenheimen der ÖJAB haben sie – ebenso wie die Schüler der Pflegeschule – die Möglichkeit zu wohnen.

Schüssler sieht die Fachkräfte aus dem Ausland als ganz große Chance für Mitteleuropa, wieder zu gesundem Bevölkerungswachstum zu kommen. „Das gehört von der Politik gesehen“, findet sie. Zudem betont sie, dass es in Ländern wie Kolumbien ein Überangebot an Pflegekräften gibt. Dort habe das Berufsbild einen hohen Status.

Neben der Ausbildung von Pflegeschülern und dem Anwerben von Fachkräften aus dem Ausland achtet man bei der ÖJAB auch auf besonders angenehme Arbeitsbedingungen und eine menschliche Arbeitsatmosphäre. Die Bewertungen sprechen für sich: Zum vierten Mal in Folge wurde die ÖJAB von kununu zum familienfreundlichsten Unternehmen Österreichs im Sozialbereich gewählt.

Die ÖJAB legt nicht nur großen Wert auf die Teamentwicklung, sondern widmet sich mit großem Engagement auch der Schulung ihrer Führungskräfte. Seit 2019 werden diese in unterschiedlichen Aspekten fortgebildet, darunter Führungstechniken und systemisches Denken, wobei auch die Selbstreflexion eine bedeutende Rolle einnimmt. Unterstützt und gecoacht werden sie dabei von dem Wirtschaftspsychologen Wolfgang Roth.

Etablierte Strukturen von HANDOVER als großer Vorteil

Oliver Schnöll betont die Bedeutung des Menschen im Mittelpunkt aller Bemühungen bei der ÖJAB. Der HANDOVER-Geschäftsführer und Monika Schüssler sind schon seit einigen Jahren enge Wegbegleiter. Bereits seit geraumer Zeit ist die ÖJAB mit der gesamten Pflegelandschaft und auch mit den Betrieben aus dem Bildungsbereich Mitglied bei Österreichs führender Beschaffungsorganisation für Betreuungs-, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. „Wir wollten den Personalaufwand, den eine Einkaufsabteilung erfordert, vermeiden“, erklärt Schüssler. „Bei der ÖJAB haben wir einen Ansprechpartner, der eng mit der HANDOVER arbeitet und wir schätzen es sehr, dass wir auch bei der HANDOVER eine feste Kontaktperson haben“, so die Geschäftsführerin, die besonders die Bereitstellung vorteilhafter Konditionen hervorhebt. Für die ÖJAB sei die Zusammenarbeit mit HANDOVER wichtig und wertvoll, weil sich ÖJAB und HANDOVER gegenseitig im Verhandlungs-Knowhow ergänzen und weil durch den Zusammenschluss von Pflegebetrieben bei HANDOVER wirtschaftliche Synergien und verbesserte Einkaufskonditionen entstehen.

ÖJAB

Die ÖJAB – Österreichische JungArbeiterBewegung (www.oejab.at) – ist eine unabhängige NGO und eine der größten gemeinnützigen Heimträgerorganisationen Österreichs. Sie betreibt 23 Studierendenwohnheime und arbeitet in den Bereichen stationäre und mobile Pflege, berufspädagogische Bildungs- und Integrationsarbeit und Entwicklungszusammenarbeit.

An 44 Standorten sind 800 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mehrere Hundert Freiwillige tätig. Gegründet wurde die ÖJAB 1946 beim Wiederaufbau des Stephansdomes in Wien.

Foto: ÖJAB
Text: Nicole Beuther
8. April 2024
Zurück Nächster Artikel
office@hogast.at T: +43 (0)6246 8963 - 0
F: +43 (0)6246 8963 - 990

Fragen zu Ihrer Mitgliedschaft oder möchten auch Sie von den Angeboten der HOGAST profitieren? Kontaktieren Sie uns einfach und unverbindlich.

office@hogast.at
Icon Werben Werben im
HANDOVER-BLOG/MAGAZIN Icon Werben